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LAS VEGAS – „Die meisten Unternehmen haben kein KI-Problem – sie haben vielmehr ein Problem mit ihrem Betriebsmodell.“ Das war die Botschaft, die Genesys Chairman und CEO Tony Bates Anfang September vor einem voll besetzten Auditorium auf der Xperience, der jährlichen Kundenkonferenz des Unternehmens, verkündete. Anschließend präsentierte er die Roadmap, um dieses Problem zu lösen.
Wenn es um die Customer Experience geht, sind Ihre größte Konkurrenz längst nicht mehr nur Mitbewerber aus Ihrer eigenen Branche. Dazu zählt inzwischen jede Marke, die bessere Erlebnisse bietet. Die KI-Tools, die Ihre Kunden jeden Tag nutzen – von Desktop-Anwendungen bis hin zu Smartphones –, sind leistungsfähig, personalisiert und unverzichtbar. Diese Kunden erwarten daher inzwischen, dass ihre Anforderungen reibungslos und stressfrei erfüllt werden. Und diese Art von Customer Experience erwarten sie nun auch von Ihrer Marke.
Diesen Experience Gap zu schließen, so argumentierte Bates, sei eine geschäftliche Notwendigkeit – eine, die darüber entscheide, wer im Zeitalter der KI-Agenten Erfolg haben und wer hinterherhinken wird. Dies sei, so Bates, der folgenreichste Wandel in der Customer Experience seit Jahren, und erfordere bessere Erlebnisse, eine bessere Wirtschaftlichkeit und ein Betriebsmodell, das mit den Anforderungen Schritt halten kann.
Die Customer Experience sei zu einem hart umkämpften Markt geworden – und zu einer Priorität jeder Chefetage, betonte Bates, da die Anforderungen ständig steigen. Laut dem Bericht zum Stand der Customer Experience von Genesys erwarten 92 % der befragten Verbraucher von jedem Unternehmen, dass sein Service mindestens so gut ist wie die beste Customer Experience, die sie jemals hatten. 85 % gaben zudem an, dass sie nach einem schlechten Service bei diesem Unternehmen weniger ausgegeben haben oder ganz abgewandert sind.
„Kunden stellen eine berechtigte Frage: Wenn meine persönliche KI mich so gut verstehen kann, warum können das Unternehmen dann nicht?“
Tony Bates
Chairman und CEO, Genesys

Unternehmen verfügen bereits über den notwendigen Kontext, um diesen Experience Gap zu schließen (zum Beispiel bisherige Käufe, Serviceanfragen, Einkaufsverhalten), aber die Daten sind oft auf verschiedene Systeme verteilt, die nicht miteinander kommunizieren. Bates stuft diese Fragmentierung als Wettbewerbsnachteil ein. Die Frage sei, wie sich diese Kontextinformationen abstimmen und nutzen lassen, um in großem Maßstab das richtige Erlebnis im richtigen Moment zu bieten. Genau das leistet die agentische Orchestrierung.
Bates zog dafür einen musikalischen Vergleich heran: In einem Orchester garantiere das Talent der Musiker allein noch keine großartige Darbietung – es brauche einen Dirigenten, der alle in Echtzeit koordiniert.
Stellen Sie sich nun vor, dass jeder Zuhörer seine eigene Version erhält, die auf seine Vorlieben abgestimmt ist – dieselben Noten, die in Echtzeit neu abgemischt werden. Jeder Zuhörer wird zu einem Publikum aus einer einzigen Person. Das ist Echtzeit-Orchestrierung auf Basis kontextbezogener Daten.
Ihr Unternehmen verfügt bereits über die Musiker – Mitarbeiter, KI-Agenten, Workflows, Daten und vernetzte Systeme. Es braucht nur noch einen Dirigenten. Die agentische Orchestrierung kann den Kontext wahrnehmen, schlussfolgern, um die besten nächsten Schritte zu ermitteln, und diese Daten dann kombinieren, um dem Kunden und dem Unternehmen in Echtzeit das richtige Ergebnis zu liefern.
Diese Technologieentwicklung ist ein Meilenstein. Bates wies darauf hin, dass Genesys Cloud zwei Jahre nach der Einführung des Reifegradmodells „Levels of Experience Orchestration“ bereits Stufe 4 erreicht hat – eine vollständig agentische Orchestrierung, bei der die KI kontinuierlich wahrnehmen, schlussfolgern, planen, handeln und optimieren kann. Das ist jedoch nicht das endgültige Ziel. „Die Stufe 4 ist nicht das Ziel“, sagte Bates. „Sie ist erst der Anfang.“
Die meisten Unternehmen verfügen bereits über reichlich KI – virtuelle Agenten, Copilots und Tools für das Wissensmanagement, die in Prozesse eingebunden wurden, die nach wie vor für die Ausführung durch Menschen konzipiert sind. Bates erklärte unmissverständlich: Mehr eigenständige KI wird das Problem nicht lösen. Sie schafft nur weitere Silos und Konflikte. Unternehmen brauchen also nicht noch mehr KI, sondern ein anderes Betriebsmodell.
Bislang war das Modell auf Menschen ausgerichtet, selbst wenn es KI-unterstützt war. Die menschlichen Mitarbeiter interagieren mit Kunden, ermitteln deren Bedürfnisse und führen die Arbeitsschritte aus, während die KI lediglich der Effizienzsteigerung dient.
Bei einem agentischen Betriebsmodell ermittelt die KI die Absicht, entscheidet über die nächsten Schritte und führt viele Aufgaben autonom aus oder übernimmt manchmal sogar eine gesamte Interaktion. Die menschlichen Mitarbeiter können sich dann ganz auf die Zielsetzung, das Festlegen von Grenzen, ihr Urteilsvermögen und die Systemüberwachung konzentrieren. Sie haben nach wie vor die Kontrolle, aber die KI ist ein aktiver Partner auf dem Weg zum Ziel. Wir befinden uns im Zeitalter, in dem Mensch und KI ein Team bilden.
„Meiner Ansicht nach haben die meisten Unternehmen kein KI-Problem – sie haben vielmehr ein Problem mit ihrem Betriebsmodell. Man kann das Potenzial agentischer KI nicht voll ausschöpfen, wenn man sie nachträglich mit Unternehmenssystemen verbindet, die ausschließlich für die Ausführung durch Menschen konzipiert wurden.“
Tony Bates
Chairman und CEO, Genesys
Hier findet die eigentliche Transformation statt – und dadurch heben sich die Unternehmen, die im nächsten Jahrzehnt Erfolg haben werden, vom Rest ab. Bates beschrieb kurz die fünf grundlegenden Elemente, die beim Wechsel zu einem agentischen Betriebsmodell neu definiert werden. Er betonte, dass sie miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig ergänzen, um die Arbeitsabläufe von Unternehmen zu verbessern.
Derzeit finden die meisten Kundeninteraktionen isoliert statt. Ein Kunde kontaktiert ein Unternehmen, das Unternehmen reagiert darauf, die Interaktion endet. Bei einem agentischen Betriebsmodell sind Erlebnisse eine ganzheitliche Customer Journey, die über alle Touchpoints hinweg vernetzt ist und Kontext, Absicht und bisherige Kontakte beibehält, sodass jede Interaktion Informationen zur nächsten beiträgt. „Der Vorteil ist nicht nur ein besserer Service“, sagte Bates „Es geht darum, stärkere Kundenbeziehungen, eine größere Kundentreue und mehr Wachstum für Ihr Unternehmen zu schaffen.“
Aktuell betrachten die meisten Unternehmen den Menschen als Arbeitskraft und KI als Tool. Das zeigt sich darin, wie sie beide verwalten – mit getrennten Systemen und Prozessen. Da die KI immer mehr Verantwortung übernimmt, macht diese Trennung keinen Sinn mehr. Bei einem agentischen Betriebsmodell bilden Mensch und KI eine hybride Belegschaft. Das hat weitreichende Auswirkungen darauf, wie Arbeit weitergeleitet, prognostiziert und verwaltet wird und auch wie der Erfolg gemessen wird.
Traditionell messen Contact Center die Leistung anhand von Kennzahlen wie der durchschnittlichen Bearbeitungszeit (Average Handle Time, AHT) und der Lösungsrate beim Erstkontakt (First-Contact Resolution, FCR). Das sind gute Indikatoren für die Effizienz, aber sie messen nicht das, worauf es am meisten ankommt – die Wirtschaftlichkeit der Ergebnisse. Bei einem agentischen Betriebsmodell ersetzen Kosten und Umsatz pro Ergebnis die herkömmlichen Effizienzkennzahlen als primären Maßstab für den Erfolg, wobei diese kontinuierlich optimiert statt nur erfasst werden.
KI dazu zu bringen, bestimmte Aktionen auszuführen, ist nicht schwierig. Viel schwieriger ist, der KI die Freiheit zum Handeln zu geben und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie sich an die von Ihnen vorgegebenen Grenzen hält. Aus diesem Grund darf die Governance nicht erst nachträglich hinzugefügt werden. Berechtigungen, Richtlinien und Sicherheitsmaßnahmen müssen von Anfang an in die Orchestrierungsplattform integriert werden. Jede von der KI ausgeführte Aktion muss beobachtbar und überprüfbar sein. Und bei Problemen muss die KI einen Fall an einen Menschen eskalieren, anstatt ohne Warnmeldung auszufallen.
„Governance ist keine Hürde auf dem Weg zu mehr Autonomie. Sie ist ermöglicht erst die Skalierung.“
Tony Bates
Chairmain und CEO, Genesys
Wir neigen dazu, Transformation als ein Projekt mit einem Anfang und einem Ende zu betrachten. Aber wenn sich Kundenerwartungen, Anforderungen der Belegschaft und KI-Fähigkeiten ständig weiterentwickeln, darf die Transformation nicht enden. Bei einem agentischen Betriebsmodell wird sie zu einem adaptiven, kontinuierlichen Prozess. Sowohl die KI als auch das Unternehmen lernen, passen sich an und verbessern sich kontinuierlich, während der Geschäftsbetrieb weiterläuft.
Ein agentisches Betriebsmodell, so Bates, erfordere eine speziell dafür entwickelte Plattform, keine Ansammlung von Punktlösungen. Genesys Cloud ist diese Plattform – eine agentische Orchestrierungsplattform für die CX, die als ergebnisorientiertes System auf Basis von Kontextdaten entwickelt wurde und vier Komponenten umfasst, die nahtlos zusammenarbeiten:
Dies ist die Infrastruktur für ein agentisches Betriebsmodell, die die folgenden Funktionen unterstützt:
Bates wies darauf hin, dass diese Kombination von Funktionen bereits erste Ergebnisse für Genesys-Kunden liefert.

Bates schloss mit einem einfachen Ratschlag für einen komplexen Wechsel: Setzen Sie hohe Ziele, aber fangen Sie klein an und skalieren Sie dann schnell. Kein Unternehmen wird über Nacht den Wechsel zu einem agentischen Betriebsmodell vollziehen. Das ist auch nicht nötig. Aber Sie sollten auch nicht zu lange warten. Während Ihr Unternehmen abwartet, schließen Ihre Mitbewerber den Experience Gap – und hängen Sie ab.
Viele Unternehmen haben mit der Umstellung bereits begonnen und nutzen KI, um Mitarbeiter zu unterstützen, mehr Interaktionen zu automatisieren und Workflows auszuführen. Diejenigen, die Genesys Cloud bereits nutzen, sind optimal aufgestellt, um den nächsten Schritt zu wagen. Und den übernächsten. Den ganzen Weg bis zur Bereitstellung nahtloser Customer Experiences durch die agentische Orchestrierung.
„Jedes Erlebnis sollte relevante Informationen zum nächsten beitragen. Jede Investition sollte die nächste erleichtern. Jede Verbesserung, die Sie vornehmen, sollte den Wert für Ihr Unternehmen kontinuierlich steigern.“
Tony Bates
Chairman und CEO, Genesys
Egal, wie weit die Transformation in Ihrem Unternehmen bisher fortgeschritten ist, es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu wagen. Beginnen Sie mit einer Customer Experience und einem wichtigen Ergebnis und gehen Sie in Ihrem eigenen Tempo vor. Jeder Schritt hin zu einem agentischen Betriebsmodell ist ein Schritt auf dem Weg zu mehr Erfolg im nächsten Jahrzehnt der Customer Experience.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie im Zeitalter der KI-Agenten erfolgreich sein können.
Xperience 2026 fand Anfang September in Las Vegas statt und umfasste Sessions von Genesys-Teams, Partnern und Kunden, die agentische Orchestrierung bereits in der Praxis umsetzen. Aufzeichnungen der Keynotes sind jetzt unter genesys.com/xperience verfügbar.
Die A2A-Interoperabilität wird voraussichtlich im vierten Quartal des Geschäftsjahres des Unternehmens (1. November 2026 bis 31. Januar 2027) allgemein verfügbar sein.
Zukunftsgerichtete Aussagen
Aussagen in diesem Artikel, die keine historischen oder aktuellen Fakten sind, sind zukunftsgerichtete Aussagen, die Risiken und Unsicherheiten beinhalten. Sofern nicht gesetzlich vorgeschrieben, verpflichtet sich Genesys nicht, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren oder zu überarbeiten, um sie an Umstände oder Ereignisse anzupassen, die nach der Veröffentlichung dieses Artikels eintreten.
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